Blog

Jetzt kann ich also offiziell mit Maschinen reden

KI-Manager (IHK)

Künstliche Intelligenz begleitet mich täglich. Bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen, bei Analysen, im Rechnungswesen, bei Organisations- und Prozessfragen oder ganz einfach dann, wenn aus einer ersten Idee möglichst schnell etwas Brauchbares entstehen soll.

Irgendwann stellte ich mir die Frage: Reicht es eigentlich, KI intensiv zu nutzen – oder sollte man auch verstehen, was dahintersteckt?

Meine Antwort darauf war ein Lehrgang zum KI-Manager (IHK).

Und inzwischen darf ich mich ganz offiziell so nennen.

KI ist mehr als ChatGPT

Künstliche Intelligenz ist weit mehr als ein gutes Sprachmodell.

Wer KI sinnvoll in einem Unternehmen einsetzen möchte, muss zunächst ganz klassische Fragen beantworten:

Welches Problem wollen wir eigentlich lösen?
Welchen Prozess wollen wir verbessern?
Welche Daten stehen zur Verfügung?
Was darf eine KI entscheiden – und was besser nicht?
Wer trägt am Ende die Verantwortung?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig.

Denn auch wenn KI-Systeme erstaunliche Ergebnisse liefern können: Verantwortung lässt sich nicht an einen Algorithmus delegieren. Der Mensch bleibt verantwortlich – fachlich, organisatorisch und zunehmend auch regulatorisch.

Erst der Prozess, dann die KI

Vielleicht ist das sogar meine wichtigste Erkenntnis aus der Weiterbildung:

Ein schlechter Prozess wird nicht automatisch gut, nur weil man KI einbaut.

Im Gegenteil. Man kann einen schlechten Prozess mit KI unter Umständen lediglich wesentlich schneller schlecht machen.

Deshalb beginnt ein sinnvoller KI-Einsatz für mich nicht mit der Frage:

„Welches KI-Tool sollen wir kaufen?“

Sondern mit:

„Was wollen wir eigentlich besser machen?“

Erst danach sollte man über Technologie sprechen.

Das klingt weniger spektakulär als manche KI-Präsentation, ist in der Praxis aber vermutlich deutlich wertvoller.

Theorie und Praxis müssen zusammenkommen

Besonders gut gefallen hat mir am Lehrgang die Verbindung aus theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen.

Natürlich gehören Themen wie maschinelles Lernen, neuronale Netze, Sprachmodelle und Daten dazu. Ebenso wichtig sind aber Strategie, Prozesse, Wirtschaftlichkeit, Datenschutz, Governance und der EU AI Act.

Denn Unternehmen brauchen keine KI um der KI willen.

Sie brauchen Lösungen, die beispielsweise Prozesse beschleunigen, Informationen besser verfügbar machen, Entscheidungen unterstützen oder Mitarbeiter von Routinetätigkeiten entlasten.

Genau an dieser Stelle wird das Thema für mich besonders interessant.

Finance, Governance und KI gehören zusammen

Aus meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit komme ich stark aus Finance, Rechnungswesen, Unternehmenssteuerung, Organisation und Corporate Governance.

KI ergänzt diese Themen inzwischen hervorragend.

Im Finance-Bereich können beispielsweise große Datenbestände analysiert, Reports vorbereitet oder Auffälligkeiten identifiziert werden. In der Organisation lassen sich Abläufe strukturieren und Wissen besser verfügbar machen. Bei Governance und Compliance entstehen gleichzeitig völlig neue Fragestellungen:

Wer darf welches KI-System einsetzen?
Welche Daten dürfen verarbeitet werden?
Wie werden Ergebnisse überprüft?
Wie verhindert man, dass aus einem hilfreichen Assistenten plötzlich ein unkontrollierter Entscheider wird?

Genau deshalb sehe ich KI nicht als isoliertes IT-Thema.

KI wird zunehmend Bestandteil guter Unternehmensführung.

Und ersetzt KI jetzt uns alle?

Diese Frage gehört wahrscheinlich zu jedem Gespräch über künstliche Intelligenz.

Meine Einschätzung ist etwas weniger dramatisch.

KI wird Tätigkeiten verändern. Manche Aufgaben werden automatisiert, andere verschwinden möglicherweise, gleichzeitig entstehen neue Tätigkeiten und Anforderungen.

Das war bei technologischen Veränderungen allerdings schon häufiger so.

Interessanter finde ich deshalb eine andere Frage:

Wie können Menschen mit KI besser arbeiten?

Denn wahrscheinlich wird künftig nicht einfach „die KI“ den Menschen ersetzen.

Aber Menschen, die KI sinnvoll einsetzen können, werden in vielen Bereichen Vorteile gegenüber denen haben, die sie grundsätzlich ignorieren.

Was nehme ich aus dem Lehrgang mit?

Vor allem drei Dinge.

Erstens: KI sollte immer von einer konkreten Aufgabe oder einem konkreten Prozess ausgehen.

Zweitens: Technologie allein reicht nicht. Organisation, Governance, Datenschutz und Verantwortlichkeiten gehören zwingend dazu.

Und drittens: Man muss nicht Informatiker sein, um KI sinnvoll im Unternehmen einzusetzen. Man sollte aber genug davon verstehen, um die richtigen Fragen stellen zu können.

Genau dabei hat mir die Weiterbildung zum KI-Manager (IHK) geholfen.

Und vermutlich ist das Zertifikat deshalb weniger ein Abschluss als ein weiterer Ausgangspunkt.

Denn bei künstlicher Intelligenz gilt momentan ganz besonders:

Wer glaubt, er sei fertig mit Lernen, hat wahrscheinlich gerade erst angefangen.

Uwe Schmack
Diplom-Kaufmann | KI-Manager (IHK)
www.uwe-schmack.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.