Immobiliencontrolling: BI-/CPM-Tools und KI
Immobiliencontrolling verändert sich gerade spürbar – und das war im Sommersemester 2026 auch ein zentraler Schwerpunkt meiner Vorlesung.
Neben den klassischen Grundlagen des Immobiliencontrollings, also Planung, Reporting, Kennzahlen, Kennzahlensystemen und Portfoliosteuerung, haben wir uns intensiv mit den Themen beschäftigt, die die Immobilienwirtschaft aktuell besonders stark bewegen: BI-/CPM-Tools und künstliche Intelligenz.
Gerade im Immobiliencontrolling wird deutlich, dass diese Entwicklungen nicht nur „IT-Themen“ sind. Sie verändern die Art und Weise, wie Daten aufbereitet, ausgewertet und für Entscheidungen nutzbar gemacht werden. Aus Zahlenfriedhöfen werden Steuerungsinformationen. Aus starren Reports werden interaktive Dashboards. Aus rückwärtsgewandter Betrachtung entsteht zunehmend eine vorausschauende Steuerung mit Szenarien, Forecasts und Simulationen.
Für Studierende ist es dabei besonders wichtig, nicht nur über Begriffe wie Business Intelligence, Corporate Performance Management oder KI zu sprechen, sondern konkrete Anwendungen zu sehen. Wie sieht ein modernes Planungs- und Steuerungssystem tatsächlich aus? Wie können Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt werden? Wie unterstützt ein CPM-Tool bei Budgetierung, Forecasting, Management Reporting und Entscheidungsprozessen?
Aus diesem Grund habe ich Board eingeladen, uns ein modernes CPM-Tool vorzustellen. Die Vorstellung haben Vladislav Kassianov (Director Sales Retail & CPG) und Daniel Beisser (Senior Presales) an den Standorten Düsseldorf und Köln übernommen – praxisnah, anschaulich und mit einem sehr guten Blick dafür, welche Fragen angehende Immobilienfachleute und Controllerinnen und Controller heute beschäftigen.
Für mich war besonders wertvoll, dass die Studierenden sehen konnten: Immobiliencontrolling ist längst mehr als Excel, Monatsbericht und Abweichungsanalyse. Es geht um integrierte Steuerung, Datenqualität, Transparenz, Geschwindigkeit und die Fähigkeit, Managemententscheidungen fundiert vorzubereiten.
Künstliche Intelligenz wird diesen Wandel weiter beschleunigen. Sie wird Routineaufgaben vereinfachen, Auswertungen unterstützen, Muster in Datenbeständen erkennen und neue Formen der Analyse ermöglichen. Gleichzeitig bleibt entscheidend: Ein Tool ersetzt kein betriebswirtschaftliches Verständnis. Gute Ergebnisse entstehen erst dann, wenn Fachwissen, Datenkompetenz, kritisches Denken und passende Systeme zusammenkommen.
Genau deshalb gehört der Umgang mit BI-/CPM-Tools und KI aus meiner Sicht in eine moderne immobilienwirtschaftliche Ausbildung. Die Studierenden von heute werden morgen in Unternehmen arbeiten, in denen Daten, digitale Steuerung und KI-gestützte Analysen selbstverständlich werden. Darauf müssen wir sie vorbereiten – nicht theoretisch-abstrakt, sondern mit Praxisbezug.
Ein herzliches Dankeschön an Vlad und Daniel für die sehr gelungenen Einblicke und an Board für die Unterstützung der Vorlesung. Solche Praxisimpulse machen Lehre lebendig und zeigen, wie eng Immobilienwirtschaft, Controlling und digitale Transformation inzwischen miteinander verbunden sind.
Ich freue mich, dass wir diese Themen im Sommersemester 2026 so konkret und anwendungsnah diskutieren konnten – und bin überzeugt: Das Immobiliencontrolling wird in den nächsten Jahren noch stärker zum Daten-, Steuerungs- und Transformationszentrum der Immobilienunternehmen.